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Geschichtenerzählerin

Gudrun Rathke - Biographie

Im sonnigen Kärnten, wo Bäuerinnen manches Geheimnis in ihren Kräutergärten hüten und Geschichten von wilden Frauen erzählen, verlebte ich meine Kindheit.

Meine Lehr- und Wanderjahre führten mich zunächst in eine Buchhandlung nach Wien.

Doch das Verkaufen der Bücher machte mich nicht satt und so studierte ich Germanistik und Skandinavistik.

Ein Semester an einer Folkhögskolan im Land Astrid Lindgrens stellte entscheidende Weichen. Mein Lehrer Roland wusste, dass gute Erzählungen die besten Lehrmeister sind und animierte uns in der Tradition schwedischer Volkshochschulen den Lernstoff in Geschichten zu erzählen.

Viele Stunden verbrachte ich im Websaal der Volkshochschule. Zwei Lebensträume konnten sich in vier Monaten so fest in meinem Leben verankern, dass sie mich zum Glück nie mehr ganz losließen.

1992 beendete ich mein Studium in Göttingen, wo ich meinen Mann fürs Leben kennenlernte.

In der Märchenstadt Kassel endeten die Wanderjahre. Dort beschäftigte ich mich intensiv mit Kinderliteratur und erzählte zunächst meinen mittlerweile geborenen Töchtern Geschichten. Sie waren es auch, die mir mit über 3000 Vorlesestunden einen reichen Überblick über die Kinderliteratur und die nötige Vorleseübung bescherten.

Fünf Jahre arbeitete ich an der Montessori-Schule in Kassel als freie Mitarbeiterin für kreative Literaturvermittlung, Projektwochen und Religions-Projektage.

Gerne bringe ich mich an der evangelischen Kinderakademie in Hofgeismar ein und freue mich über die mittlerweile vermehrten Einladungen, mit Geschichten Freude zu verschenken.

Seit Sommer 2006 lebe ich mit meiner Familie in Frankfurt am Main.

Wichtig ist mir, Fäden gut zu spinnen, sie zu tragfähigen Netzen und fliegenden Teppichen der Phantasie zu verweben. In eine erzählte Welt einzutauchen ermöglicht Kindern kreatives, vielschichtiges, mit allen Sinnen erfahrbares und daher nachhaltiges Lernen und Erleben.

So beackerte ich zum Beispiel in meinem letzten Großprojekt ein neues Feld: Es galt mit kräftiger finanzieller Hilfe durch "Aktion Mensch" auf dem Gelände der Montessori-Schule einen Bauern- und Sinnesgarten anzulegen. Mein eigentliches Ziel war, einen Platz zu haben, an dem meine erzählten Geschichten und Märchen sich verorten: Schneeweißchen und Rosenrot stehen am Eingang des Gartens.

Neben der Arbeit mit Kindern hat sich in den letzten Jahren eine rege Fortbildungstätigkeit entwickelt. Die Arbeit mit ErzieherInnen und GrundschulpädagogInnen zeigt mir immer wieder, wieviele engagierte Menschen es gibt, die mit Freude und Elan das ihre tun, um Kinder bei ihrem Älterwerden zu begleiten.

Regelmäßig nehme ich selber an Fortbildungen teil. Die Akademie Remscheid und die "Stube" in Wien sind Orte, an denen ich meine kreativen Koffer immer wieder neu füllen kann.

Was ich nicht missen möchte: